Onkel Elon

und das Elice Desaster

Elon Musk hat mal wieder einen Kracher losgelassen. Er will „an jedes Kind in Amerika“ per Spende eine SpaceX Aktie verteilen. Der reichste Mann der Welt hat allerdings weder Kriterien genannt noch mitgeteilt, wie konkret er die Wertpapiere unter Einhaltung regulatorischer Vorgaben verteilen will.

Bei genauem Hinsehen entpuppt sich die Aktion von Onkel Elon als nichts anderes als eine riesige Nebelkerze. In Wahrheit geht es um etwas völlig anderes, nämlich Sorgen vor den negativen Folgen der künstlichen Intelligenz zu beschwichtigen. Hierzu passt auch ganz gut die neue tolle Idee des US-Präsidenten, die KI umzubenennen in Super Intelligenz, was aber am Problem nichts ändert.

Tatsächlich aber sehen die Märkte immer mehr die Risiken dieser neuen Technologie, und erst recht die zunehmenden Schwierigkeiten der Finanzierung solcher Mega Projekte.

Das Elice Debakel

Daher passt vom Timing her ganz gut ein jüngst desaströs verlaufender Börsengang im südkoreanischen Technologiesektor.

Die neu an die Börse gekommene Aktie des koreanischen Neocloud-Anbieters Elice war um zeitweise mehr als 30% eingebrochen. Zuvor war die Aktie bei institutionellen Investoren um das 389-fache und bei Privatanlegern um das 408-fache überzeichnet gewesen. Damit ist klar, dass die Anleger inzwischen bei Technologiewerten wählerischer werden und genauer hinschauen.

Das hatte auch in Europa Folgen: So verzeichneten Infineon zunächst ein deutliches Minus. ASML ermäßigten sich um rund 1%, Aixtron stürzten um fast 5% ab. Suss Microtec gaben um fast 3% nach. Unter Druck gerieten auch Werte, die mit dem Ausbau und der Stromversorgung von Rechenzentren in Verbindung gebracht werden. So gaben ABB um 5% nach und Hochtief um mehr als 1%. Siemens Energy büßten 2% ein. Die schwache Performance von ABB setzte auch Siemens zu, die Aktie kam auf ein Minus von 2%.

Und was hört man von den großspurig angekündigten Börsengängen von Anthropic und OpenAI? Diese Firmen sollten eigentlich längst mit Billionenbewertungen an die Börse gekommen sein. Doch da ist im Moment eher gespenstische Stille eingekehrt.

Warum? Mich persönlich wundert das gar nicht.

Wie soll in einem Börsenprospekt, der ja auch Risiken enthalten muss, die Möglichkeit beschrieben werden, dass die KI in der Lage sein könnte, die Menschheit auszulöschen. Merken Sie was?

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin Ihnen ebenso verbunden.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“

Tags: Börsebius, Kolumne, Finanzmärkte, Börsebius TopSelect, Elon Musk, SpaceX, Elice, KI, Super Intelligenz, Anthropic, OpenAI

Rechtliche Hinweise siehe Disclaimer

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