und das ist kein gutes Zeichen für die Aktionäre
Vor gut 2 Monaten habe ich eine Kolumne zu BioNTech geschrieben und schon da habe ich mich skeptisch zu dem Wert geäußert.
BioNTech? War das nicht die Aktie, die vor ein paar Jahren mit enormen Gewinnen für Furore sorgte, dann aber mit dem Ausklingen der Corona Pandemie „in Vergessenheit“ geriet?
Und war das nicht der Titel, der noch vor gut einem Jahr für Begeisterung sorgte wegen eines Megadeals zwischen BioNTech und Bristol Meyers Squibb (BMS) zur Vermarktung des Krebsmedikamentes BNT327?
Mich hat diese Meldung damals so begeistert, dass ich die Aktie zum Kauf empfohlen habe. Meine Begründung: Diese Kooperation in der Krebsmittelvermarktung könnte BioNTech mehr als 11 Milliarden Dollar einbringen.
BioNTech meldete dann aber vor 2 Monaten – wie berichtet – für das vergangene Jahr einen Milliardenverlust, der vielleicht noch verschmerzbar gewesen wäre, Anlaufverluste in der Krebsmittelforschung und so weiter.
Die parallel verkündete Hammernachricht, dass die beiden BioNTech Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci das Unternehmen verlassen werden, wog und wiegt viel, viel schlimmer. Das war eindeutig ein Aderlass, den das Unternehmen nicht so einfach verkraften kann und wird. Auch klar, dass ich damit meine Kaufempfehlung von vor einem knappen Jahr in die berühmte Tonne kippen musste.
Und wenn es noch eines weiteren Beweises für die Richtigkeit dieser Annahme bedurfte, sie kam gestern über die Nachrichtenticker.
Standorte weg, Arbeitsplätze weg
BioNTech baut sage und schreibe 1.860 Arbeitsplätze ab und schließt die Standorte Idar-Oberstein, Marburg, Tübingen und Singapur. Das Kapitel Covid sei beendet und man wolle sich nunmehr auf Krebsmedikamente konzentrieren, sagte gestern CEO Ugur Sahin auf einer Telefonkonferenz.
Wie bitte? Derselbe Sahin, der mit seiner Mitgründerin Özlem Türeci demnächst BioNTech verlassen wird, um andernorts eine eigene Firma aufmachen will mit dem nämlichen Ziel „Krebsmedikamente“. So groß kann ein Bär gar nicht sein, den man der Öffentlichkeit aufbinden will.
Einem drohenden Einbruch des Aktienkurses will BioNTech mit einem Aktienrückkaufprogramm entgegenwirken. Aha.
Doch, ach, diese Mühe wird vergeblich sein. Das wird den Niedergang der BioNTech Aktie nicht verhindern.
Bleiben Sie mir gewogen, ich bin Ihnen ebenso verbunden.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.
Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“
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