Kursbeben bei BioNTech und Evotec

Dramen in der Pharmabranche

Gestern war – eigentlich – ein ganz angenehmer Tag an den Börsen. Die Erwartung, der Krieg im Iran könnte früher als erwartet beendet werden, half den Finanzmärkten weltweit wieder auf die Beine. Obwohl es sich hier um einen typischen Trump-Speech handelte, dem fundamental jegliche Basis fehlte und noch fehlt, jubelten die Marktteilnehmer. Schon verrückt, oder?

Um so auffälliger fielen dafür zwei Pharmatitel aus dem Rahmen, die an nur einem einzigen Börsentag rund ein Fünftel ihres Wertes verloren. BioNTech und Evotec.

Beben 1 bei BioNTech

BioNTech? War das nicht die Aktie, die vor ein paar Jahren mit enormen Gewinnen für Furore sorgte, dann aber mit dem Ausklingen der Corona Pandemie „in Vergessenheit“ geriet?

Und war das nicht die Aktie, die noch vor gut einem Jahr für Begeisterung sorgte wegen eines Megadeals zwischen BioNTech und Bristol Meyers Squibb (BMS) zur Vermarktung des Krebsmedikamentes BNT327?

Mich hat diese Meldung damals so begeistert, dass ich die Aktie zum Kauf empfohlen habe. Meine Begründung: Diese Kooperation in der Krebsmittelvermarktung könnte BioNTech mehr als 11 Milliarden Dollar einbringen.

Genau deswegen will ich es aber auch im Interesse meiner Leser jetzt genau wissen, was da aktuell eigentlich passiert ist und wie das einzuordnen ist.

BioNTech meldete gestern für das vergangene Jahr einen Milliardenverlust, der vielleicht noch verschmerzbar gewesen wäre, Anlaufverluste in der Krebsmittelforschung und so weiter.

Die parallel verkündete Hammernachricht, dass die beiden BioNTech Gründer Ugur Sahin und Özdemir Türeci das Unternehmen verlassen werden, wog und wiegt viel, viel schlimmer. Das ist ganz eindeutig ein Aderlass, den das Unternehmen nicht so einfach verkraften kann und wird. Auch klar, dass ich damit meine Kaufempfehlung von vor einem knappen Jahr in die berühmte Tonne kippen muss. Leider. Leider.

Beben 2 bei Evotec

Auch der Pharmawirkstoffforscher Evotec geriet ähnlich unter die Räder, was mich allerdings nicht so sehr überrascht hat. Das Unternehmen baut seit Jahren das Unternehmen immer wieder radikal um, was so viel Geld verschlingt, welches Evotec niemals verdient.

Evotec startet ein Kostensenkungsprogramm nach dem anderen, was aber kaum funktioniert. Daher ist das Beben 2 auch mehr oder weniger erwartbar gewesen.

Fazit: Pharmaaktien sind halt immer auch für Überraschungen gut. Positiv wie negativ. Darauf muss man sich einstellen. Immer.

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin Ihnen ebenso verbunden.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“

Rechtliche Hinweise siehe Disclaimer

Share the Post: