Sichere Erträge? Da war doch noch was
Von einem Börsebius Leser habe ich „gesteckt“ bekommen, dass besonders die Deutsche Bank ihren Kunden sogenannte „Income-Fonds“ empfehlen würde. Das hat mich neugierig gemacht und siehe da, nicht nur die Deutsche Bank, sondern auch andere Institute rühren fleißig die Trommel für diese Form der Geldanlage.
Der Clou dabei ist also, dem Anleger ein „passives“ und „regelmäßiges“ Einkommen zu ermöglich, das ihm in jeder Lage einen fixen Ertrag bringt. Passiv meint in diesem Fall, er muss dafür nichts tun, sondern das macht dann der Fondsmanager.
Also, bei einem Income-Fonds handelt es sich um einen Mischfonds, der eine bestimmte Zielrendite erreichen soll, die auch in regelmäßigen Abständen an den Anleger ausgeschüttet wird. So weit so gut, die Idee ist ja an sich nicht schlecht.
Doch während bei einem „normalen“ Mischfonds eher die Risikostreuung im Mittelpunkt steht, ist bei einem Income-Fonds die Ausgangslage eine andere: man will ja eine bestimmte Ausschüttung erreichen. Doch diese Latte ist oft so hoch, dass die Risikostruktur des Fonds deutlich kritischer zu sehen ist.
Mit anderen Worten, der Fonds muss neben Dividendenaktien auch und verstärkt in Hochzinsanleihen investieren. Manchmal werden auch noch riskante Optionsstrategien in den Fonds hineingerührt. Das Problem bei Hochzinsanleihen – daher heißen sie auch so – ist aber eben auch, dass sie deutlich risikobehafteter sind als etwa vierjährige Bundesanleihen.
Erstes Fazit: Risikoarm sind Income-Fonds also gerade nicht.
Haken Nummer 2
Es gibt aber noch ein Timing Problem bei Income-Fonds. Auch in schwachen Börsenphasen will der Anleger die versprochene Kohle aus dem passiven Einkommen, das hat man ihm ja schließlich versprochen.
Und hier kommen wir dann zum Knackpunkt. Da kann es nämlich leicht vorkommen, dass der Fondsmanager mangels Kursgewinne von der Substanz schöpft, also Aktien verkauft, die gar nicht im Plus sind. Oder er verhökert Anleihen zu mickrigen Kursen, die ein redlicher Mischfonds Manger ansonsten im Leben nicht verkaufen würde.
Fazit: Income-Fonds sind an sich vom Konzept her eine gute Idee, es gibt sicher auch den einen oder anderen gut gemachten Income-Fonds. In der praktischen Ausgestaltung zeigen sich aber durchaus Gefahren. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er dieses Risiko eingehen will.
Gut schlafen geht aber anders.
Bleiben Sie mir gewogen, ich bin Ihnen ebenso verbunden.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.
Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“
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