Humanoide Roboter:

Weit und breit keine Aktien?

Zwischen Megatrend und bloß technischen Spielereien liegen manchmal Welten. Immer wieder geistern Filmchen durch die weite Welt von Social Media und dem Internet, wo humanoide Roboter Seilchen springen, oder einen Vierhundertmeterlauf absolvieren nebst fürchterlichen Stürzen. Sogar unser aller Bundeskanzler bekam bei seiner jüngsten Chinareise im Februar einen Boxkampf vorgeführt, und zwar eben von humanoiden Robotern des Unternehmens Unitree, wobei Sie sich schon mal den Namen „Unitree“ merken sollten, denn darauf komme ich später noch zu sprechen.

Ich bin jedenfalls ein großer Freund davon, Megatrends möglichst frühzeitig erkennen zu wollen, um daraus für meine Leser eine spannende Aktieneinstiegsstory zu entwickeln und bin also folgerichtig mitten im Thema angelangt und der mich brennend interessierenden Fragestellung: Sind Humanoide Roboter bloß eine technische Spielerei, ein Spektakel halt, oder handelt es sich hier um einen Megatrend und wenn ja, welche Aktien sollte sich der Anleger denn heute schon genauer anschauen?

Humanoide Roboter, das muss auch noch schnell erklärt werden, sind Maschinen, deren „Körperbau“ dem Menschen nachempfunden sind, die also Arme, Beine und Rumpf haben. Vor allem sind sie „smart“, können nicht denken wie ein Mensch, aber „wahrnehmen“, und zwar mit Sensoren und Steuerungssoftware. Und dann auch entsprechend interagieren.

Und, wie so oft, ist China hier in der Vorreiterrolle. Die Frage dort ist längst nicht mehr, ob humanoide Roboter kommen oder nicht, sondern wie schnell sie zum profitablen Geschäftsmodell werden, statt nur Spektakel zu sein.

Das Problem ist halt nur, wie groß der Markt sein wird. Und hier präsentiert die Unternehmensberatung Roland Berger ganz und gar erstaunliche Zahlen, genauer Prognosen. Berger sagt, dass im Jahre 2050 humanoide Roboter ein Marktvolumen von rund 750 Milliarden Dollar ausmachen können. Das ist eine Größenordnung vergleichbar mit der Automobilindustrie.

Mein lieber Schwan. Wenn das so ist, welche Aktien von Unternehmen, die mit humanoiden Robotern zu tun haben, muss ich also heute kaufen, um morgen glücklich und reich zu sein?

Ich suche, ich suche, ich suche. Es ist wie verhext, ich finde auf den ersten, zweiten und dritten Blick kein börsennotiertes Unternehmen, deren Geschäftszweck „humanoide Roboter“ sind. Es gibt zwar in Deutschland „Neura Robotics“, die aber nicht börsennotiert sind. Vielleicht merken Sie sich aber schon mal nebenbei, dass die börsennotierte „GFT“ mit Neura Robotics zusammenarbeitet. Den Wert GFT kann man also kaufen.

Immerhin findet sich in China das eingangs erwähnte Robotik Unternehmen „Unitree“, das aber erst für dieses Jahr einen Börsengang anpeilt. Allerdings hört man hinter vorgehaltener Hand, dass es bei diesem geplanten Going Public ziemlich rumpelt.

So bleibt mir also nur die Alternative, wenn ich diesem Megatrend vertraue, mich nach Unternehmen umzuschauen, die neben ihrem „normalen“ Geschäftszweck eben auch noch humanoide Roboter im Angebot haben oder planen.

Bei dieser Suche stoße ich relativ schnell auf Intuitive Surgical, Tesla, Advantest, Schaeffler und, Achtung, Infineon. Vor allem Infineon begeistert mich hier, weil ich den Titel in meiner Börsebius TopTen Masterliste stehen habe und die Aktie seit Aufnahme in die Liste im Herbst einen sagenhaften Lauf hat. Jetzt habe ich einen Grund mehr, den Titel trotz der gewaltigen Gewinne in meiner Masterliste zu halten und das Kursziel aufzustocken. So wird ein Schuh draus. Ob humanoid oder nicht.

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin Ihnen ebenso verbunden.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“

Tags: Börsebius, Kolumne, Finanzmärkte, Börsebius TopSelect, Börsebius TopMix, Börsebius Bosses Follower Fund, Unitree, Humanoide Roboter, Neura Robotics, GFT, Infineon

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