Er ist da
Seit dieser Woche ist die Welt eine andere. Falls die USA und Israel einkalkuliert haben sollten, mit Luftschlägen auf den Iran allein das Mullah-System zum Sturz zu bringen, so ist diese Idee im Moment Makulatur. Und nicht nur das.
Der Umstand, dass der Iran auch Verbündete der USA am Golf angreift, hat exakt in den beiden letzten Börsentagen zu dramatischen Verlusten an den Börsen geführt. Der deutsche Aktienindex DAX fiel am Montag und Dienstag zusammengerechnet um 1.500 Punkte. Dramatik pur also.
Vor allem die Sorge um eine Blockade der Straße von Hormus war und ist der Auslöser für die erhebliche Abwärtsbewegung, was nur logisch ist, denn eine längere Blockade führt unweigerlich zu höheren Öl- und Gaspreisen, was wiederum die Weltwirtschaft dramatisch abbremsen würde, nebst höheren Inflationsraten selbstverständlich.
Entscheidend für die weitere Entwicklung an den Börsen ist daher ganz klar die Frage, wie lange das iranische Regime die Straße von Hormus effektiv blockieren kann. Nun gibt es ganz aktuell das Versprechen von US-Präsident Donald Trump, Schiffe in der Straße von Hormus zu eskortieren. Das schrieb er gestern auf seiner Social Media Plattform. Und siehe da, allein diese Ankündigung führte bereits heute zu einer Erholung an den Börsen. Ob dieser Plan der Eskorte sich allerdings praktisch umsetzen lässt, ist noch völlig unklar.
Der Crash, er ist also da. Aber eben nicht so, wie viele vermutet hatten als KI-Krise, sondern aufgrund der aktuellen Kriegssituation im Iran. Das ändert natürlich an den Ängsten der Marktteilnehmer, wie es denn mit ihrem Wertpapierdepot weitergehen kann, nicht allzu viel. Verlust bleibt Verlust.
Das höre ich derzeit immer wieder, wenn ich von Börsebius Lesern, aber auch im Freundeskreis auf die aktuelle Lage angesprochen werde. „Reinhold, der Crash ist da, soll ich denn jetzt alles verkaufen?“ Ich spüre genau die Panik, die sie umtreibt und ich habe einen Heidenrespekt für deren Nöte und selbstverständlich auch für die meiner Leser.
Bei allem Verständnis, die ich vor der tiefen Angst der Fragesteller empfinde, bin ich der Meinung, dass zwar zur Sorge Anlass genug ist, aber immer noch kein Grund zur Panik.
Denn an den Börsen wird die Zukunft gehandelt und eben nicht die derzeitige katastrophale Angst.
Das Wichtigste: Panik ist der denkbar schlechteste Ratgeber. Bloß nicht überstürzt das Depot leerräumen, sondern Ruhe bewahren. Das ist das A&O des besonnenen Anlegers.
Bleiben Sie mir gewogen, ich bin Ihnen ebenso verbunden.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.
Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“