Der Anfang vom Ende?
Da haben wir also die böse Bescherung. Der Bitcoin ist famos abgestürzt. Die älteste Kryptowährung der Welt schien unter dem Schutz von Donald Trump alle Wege nach oben offen zu haben.
Was sollte den Bitcoin noch aufhalten, wenn der mächtigste Mann der Welt diese „Währung“ so hofiert und nebenbei fett dabei absahnt? Als der Bitcoin sein Rekordhoch von 126.000 Dollar im Herbst letzten Jahres erreichte, schienen alle Zweifler – darunter auch ich – widerlegt. Es konnte ja nur noch höher gehen.
Nun also das sprichwörtliche Grauen unter den Bitcoin Jublern. Die wichtigste Kryptowährung des Globus stürzte Anfang Februar auf unter 70.000 Dollar ab und müht sich seitdem wieder um Schadensbegrenzung. Doch bislang ohne Erfolg.
Als Auslöser der Krise gilt vor allem eine Aussage des US-Finanzministers Scott Bessent. Bei einer Befragung im Repräsentantenhaus sagte er, dass weder sein Ministerium noch das von ihm geleitete FSOC (Financial Stability Oversight Council) Bitcoin kaufen würden. Zitat: „Ich habe weder die Befugnis, dies zu tun und als Vorsitzender des FSOC habe ich diese Befugnis auch nicht“.
Auch die amerikanische Geldpolitik spricht derzeit gegen den Bitcoin. Mit der überraschenden Nominierung von Kevin Warsh für den Vorsitz der Federal Reserve wird nunmehr allgemein eine restriktivere Haltung der US-Notenbank erwartet.
Zum Kurssturz trugen im Übrigen massive Verkäufe von Bitcoin ETF bei, was mein Misstrauen und Unbehagen gegen ETF generell mal wieder wunderschön bestätigt.
Wie geht es mit dem Bitcoin weiter?
Das ist natürlich die Frage aller Fragen, deren Antwort ich auch nicht kenne. Allerdings mehren sich die warnenden Stimmen, die durchaus das Risiko eines weiteren Absturzes sehen.
Der bekannte US Investor Michael Burry warnt vor einem Kursrückgang, der sich selbst verstärkt. Burry schrieb auf der Plattform „Substacle“, er befürchte eine „Todesspirale“ bei einem anhaltenden Rückgang des Bitcoin Preises.
Ich bin in dieser schwierigen Situation durchaus dafür, den Bitcoin einem Faktencheck zu unterziehen.
Check 1: Der Bitcoin ist eine Währung
Das ist kompletter Unfug. Der Bitcoin ist kein Zahlungsmittel, auch wenn er teilweise als Zahlungsmittelersatz genutzt wird. Das kann aber jederzeit und von heute auf morgen wieder anders sein.
Eine Währung im klassischen Sinne ist der Bitcoin sowieso nicht, er ist nicht von einer Zentralbank ausgegeben, noch anerkennt ihn kein Staat der Welt als Tauschmittel. Im Gegenteil. China hat den Kryptowährungen bereits den Kampf angesagt und auch die ehemalige US-Finanzministerin Janet Yellen hält Bitcoin & Co für „besorgniserregend“.
Check 2: Bitcoin schützt vor Inflation
Das ist die Aussage: Eine Währung, bei denen die Zahl der Coins auf 21 Millionen begrenzt ist, unterliegt keiner Inflation.
Das ist albern. Ein Asset, das in einem Monat mal um 30 Prozent steigt und im nächsten Monat um 20 Prozent fällt, kann niemals vor Inflation schützen.
Einmal davon abgesehen, dass der Bitcoin irgendwann einfach in sich zusammenfallen kann.
Check 3: Bitcoin ist ein Energiefresser
Komplett korrekt. Und das in Zeiten, in denen Nachhaltigkeit bei vielen Regierungen an vorderster Stelle steht. Kryptowährungen verbrauchen beim „Mining“ so viel Energie wie teilweise ganze Staaten. Es kann also sein, dass Regulierer alleine aus diesem Grund den Bitcoin attackieren.
Check 4: Der Bitcoin Code kann nicht geknackt werden
Kann sein, aber hören Sie mal Forscher, die sich mit Quantencomputern beschäftigen. Danach ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Bitcoin Code geknackt wird und das nicht in Jahren, sondern alsbald.
Fazit: Wann das letzte Stündlein des Bitcoins schlägt, weiß ich auch nicht. Ich weiß aber, dass viel heiße Luft in Kryptowährungen steckt. Das vor einigen Monaten noch scheinbar Undenkbare eines Kryptocrash scheint in meinen Augen möglicher denn je.
Bleiben Sie mir gewogen, ich bin Ihnen ebenso verbunden.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.
Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“