„Den Insidern auf der Spur“
In meinem journalistischen Podcast „Den Insidern auf der Spur“ besprechen wir Käufe und Verkäufe von Insidern dann, wenn wir glauben, dass sie für Anleger relevant sind oder zumindest sein könnten. Wir, das sind der Aktienexperte Rainer Lemm (und ehemaliger Portfoliomanager des Börsebius Bosses Follower Fund) und der Kolumnist Reinhold Rombach als Börsebius.
Wenn ein Unternehmensorgan, also ein Aufsichtsrat oder ein Vorstandsmitglied Aktien des eigenen Unternehmens kauft oder verkauft, muss er diese Aktivität der Bankenaufsicht anzeigen, also der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).
Das ist auch so in Ordnung, denn es ist in aller Regel davon auszugehen, dass ein Unternehmensorgan „mehr weiß“ (oder wissen könnte) als ein normaler Anleger und daher so eine Insideraktivität gemeldet werden muss.
Noch längst nicht jede Transaktion ist für uns interessant, auch wenn wir uns alle Aktivitäten anschauen. Es gibt Vorstände, bei denen steht das schlicht und einfach in ihren Dienstverträgen, dass Sie Aktien ihres eigenen Unternehmens kaufen können bzw. müssen und manchmal kommt es auch vor, dass bei einer schlechten Presselage über die betreffende Firma proaktiv gekauft wird, um das Corporate Design aufzuhübschen. Im Laufe der Zeit entwickelt sich sowieso ein indikatives Gefühl, sich einen Deal genauer anzuschauen oder eben auch nicht.
Wenn also ein Aufsichtsrat oder ein Vorstandsmitglied Aktien des eigenen Unternehmens kauft, sind wir zu Stelle und schätzen die Transaktion als relevant ein oder eben auch nicht.
Merke aber auch: Wenn nahezu die gesamte Aufsichtsratsriege eines großen Unternehmens Aktien des eigenen Ladens auf den Markt wirft, sollte ein Anleger das als ernstes Warnsignal sehen und seine Schlüsse ziehen. Die Botschaft der Bosse ist eindeutig. „Der Kurs ist viel zu hoch“. Egal, was wohlmeinende Bankberater und ETF-Experten so von sich geben.
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